Marketing 2.0
Alexander Koerner am 31. May 2007 um 12:06 31 05 2007Marketing 2.0 bezeichnet einen Paradigmenwechsel im Marketing. Es steht für die Weiterentwicklung des klassischen Marketingkonzeptes zu einer verbraucherzentrierten Disziplin, die auf dem neuen Machtverhältnis zwischen Unternehmen und Verbrauchern beruht und von neuem Rollenverständnis geprägt ist.
Der Verbraucher wird demnach als aktiver Mitgestalter in den drei zentralen Bereichen des Marketing
- Marke, Produkt und Markenkommunikation - verstanden und als solcher in den Marketingprozess involviert. Während customer driven innovation die produktspezifische Teildisziplin von Marketing 2.0 bezeichnet, bildet Mundpropaganda Marketing das Pendant im Bereich Markenkommunikation.
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Geschuldet ist diese neue Rolle der Verbraucher den sehr tiefgreifenden Veränderungen der Marktstruktur.
Das klassische Marketing geht von Unternehmen aus, die für weitgehend gegebene Nachfrageverhältnisse Marken und Produkte auf Basis eigenen Wissens autonom entwickeln. Von Unternehmen die, ausgestattet mit dem produktspezifischen Wissensvorsprung sowie der Meinungs-
und Deutungshoheit über die dazugehörige Marke, vormodellierte Meinungsbilder über Marke und Produkt sowie entsprechende werbliche Botschaften nachfragestimulierend versenden.
Das klassische Marketing unterstellt Verbraucher, die ihre Meinung hiervon beeinflussen oder gar prägen lassen und deren abweichende Meinung über Marke und Produkt lediglich zu einem veränderten Kaufverhalten für ihre Person führt.
Die Realität sieht in zunehmendem Maße jedoch ganz anders aus. Der Verbraucher ist heute nicht mehr isoliert, sondern jederzeit mit allen und jedem vernetzt; nicht mehr passiv, sondern aktiv; statt ahnungslos und beeinflussbar zu sein, ist er heute bestens informiert. Der Verbraucher entwickelt sich als Individuum und in Form von sozialen Netzwerken so vom passiven Zielobjekt zunehmend zum aktiven Mitgestalter, der reichweitenstark und glaubwürdig die Meinung und das Kaufverhalten anderer beeinflusst. Das Unternehmen hingegen verliert zunehmend die Meinungs- und Deutungshoheit über die Marke.
Gegenstand von Marketing 2.0 ist es dementsprechend, das (kollektive) Wissen der Verbraucher für
die eigene Produktentwicklung zu erschließen (customer driven innovation), durch Involvierung beim Verbraucher Goodwill für Marke, Unternehmen und Produkte aufzubauen sowie der reellen Meinung begeisterter Kunden Reichweite und Gehör auf dem „Marktplatz“ zu verschaffen (Mundpropaganda Marketing).






